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| erstellt am: 16.04.2018 |

Starke Frauen, die das Landleben lieben

Quelle: RP vom 16.04.2018

Kreisverband der Landfrauen Rhein-Ruhr-Wupper tagt in Haan. 

Haan: Starke Frauen, die das Landleben lieben
Vorsitzende Jutta Kuhles (l.) und Kassiererin Marlene Rosendahl (r.) begr√ľ√üten die G√§ste.
 

Der Kreisverband Rhein-Ruhr-Wupper des Rheinl√§ndischen Landfrauenverbandes besteht bereits seit 70 Jahren. Viele der derzeit 500 Mitglieder sind zum Kreislandfrauentag 2018 nach Haan gekommen – eine Gruppe fr√∂hlicher und starker Frauen. Frauen, die nicht nur einen arbeitsintensiven Alltag bew√§ltigen. Sie stellen sich auch den Herausforderungen, die ein Leben auf dem Land so mit sich bringt. „Pflege ist ein Thema“, erz√§hlt die Vorsitzende Jutta Kuhles. „In den st√§dtischen Randgebieten kann es passieren, dass man keinen Pflegedienst bekommt.“ Das liegt daran, dass die Pflegekr√§fte die langen Zeiten im Stau nicht bezahlt bekommen. Der √Ąrzte-Notstand macht den Landfrauen ebenfalls Sorgen. „Obwohl wir noch eine stabile Mitgliederzahl haben“, sagt Kuhles, „hat auch unser Verband mit dem demographischen Wandel zu k√§mpfen.“ Viele wissen nicht, dass der Landfrauenverband nicht nur aus Landwirtinnen besteht. „Auch die Apothekerin oder die Supermarkt-Kassiererin, die sich auf dem Land wohlf√ľhlt, geh√∂rt dazu“, erkl√§rt die Haanerin: „Wir sind offen, generations√ľbergreifend und leben von der Vielfalt.“ Dazu geh√∂ren konstruktive Diskussionen genauso wie Fortbildungen.¬†

„Wir agieren wie so eine kleine Volkshochschule“, sagt Jutta Kuhles. Auch Kassiererin Marlene Rosendahl findet die Fortbildungen hilfreich. „Vor allem im Bereich Buchf√ľhrung und B√ľroarbeit“, sagt sie. Denn der B√ľrokratismus nehme immer mehr zu. „Es ist schwieriger geworden“, meint die Landwirtin aus Gruiten. Doch noch schwieriger als der Kampf gegen Papierberge sei der gegen Vorurteile und das Schubladendenken vieler Verbraucher. „Viele sagen, der Landwirt ist ein Tiersch√§nder und Umweltvergifter“, bedauert Rosendahl. „Dabei denkt der Landwirt in Generationen.“ W√§hrend die Stadtbev√∂lkerung sich immer weiter entferne von der Natur, sei ihr Bild von der Landwirtschaft ein sehr nostalgisches. Viele w√ľnschten sich eine Landfrau mit Kopftuch und einen Bauern mit Pferd und Pflug. Doch auch die Landwirtschaft sei im Wandel. „Digitalisierung ist ein Thema, mit dem wir uns besch√§ftigen“, erz√§hlt Jutta Kuhles: „Wie kann man sie nutzen, um wirtschaftlicher zu arbeiten?“ Und Arbeit gebe es genug auf einem Hof. „Mein Tag beginnt um 6 Uhr“, erz√§hlt Marlene Rosendahl. „Zuerst k√ľmmere ich mich um den Haushalt, dann gehe ich K√§lber f√ľttern und leite die Auszubildende an.“ Nach dem Mittagessen ist Gartenarbeit dran. „Oder ich treffe Vorbereitungen f√ľr den Hofladen.“ Abends steht sie dann im Laden oder f√ľttert K√§lber oder melkt K√ľhe. Bei Regen wird B√ľroarbeit erledigt. „Es ist eine Arbeit, die einen sehr fordert“, sagt Marlene Rosendahl: „Aber kein Tag ist wie der andere. Das ist das Sch√∂ne.“ Und sch√∂n seien die Treffen mit den anderen Landfrauen: „Das sind alles Gleichgesinnte.“

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