| erstellt am: 09.07.2015 |
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Bauern fahren jetzt ihre Ernte ein
Quelle: RP vom 06.07.2015
Für die Landwirte in der Region beginnt jetzt eine arbeitsreiche Zeit. Johannes Kircher (48), Vorsitzender der Ortsbauernschaft Mettmann, geht davon aus, dass die Ernte in der nächsten Woche beginnen wird. „Die Trockenheit begünstigt das Reifen der Gerste“, sagt der Landwirt. Das kann Jörn Rosendahl vom Gut Ellscheid in Haan nur bestätigen: „Es ist gerade perfektes Wetter, um Heu zu machen“, sagt er. „Das muss in der schönen Zeit gemacht werden.“
Kircher bittet schon jetzt um Verständnis, wenn die Mähdrescher in den kommenden Wochen bis in die späten Abendstunden und manchmal sogar auch nachts über die Felder fahren: „Wir müssen das entsprechende Zeitfenster erwischen und können dann mit dem Dreschen nicht aufhören“. Die Traktorgespanne, die das Getreide vom Feld zum Hof oder zur Genossenschaft transportieren, gehören dann zum Straßenbild. Mit eventuellen Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden.
Laut Rosendahl war das Jahr bislang durchwachsen. Aufgrund des überdurchschnittlich trockenen Wetters im Frühjahr sei die Keimung von Mais, zwischen Mitte und Ende April gesät, nur „schwer in Gang gekommen.“ Die andauernd heißen Tage in der vergangenen Woche haben die Pflanzen auf dem Feld zudem leiden lassen. „Das hat schon Konsequenzen, die hohen Temperaturen“, sagt der junge Landwirt, der seinem Vater Gerhard Rosendahl auf Gut Ellscheid in Haan zur Hand geht. Der Hof hält rund 50 Kühe mit Jungtieren und Pferde. Mais, Getreide und Heu, die auf rund 64 Hektar Land angebaut werden, dienen daher in erster Regel als Viehfutter. Das Stroh wird für Kühe und Pferde als Einstreu verwendet.
Zurzeit wird Gras gemäht und verarbeitet, dann das Getreide. Nach der Gerste will Johannes Kircher in Mettmann den Raps ernten. Er befindet sich jetzt in der Abreife. „Wenn es so heiß bleibt, geht das ganz zügig“, sagt der Landwirt. Die Landwirte hoffen, die Ernte in den kommenden Wochen trocken unter Dach und Fach einzufahren. Bei anhaltend gutem Wetter wird in rund zwei bis vier Wochen auch der Winterweizen, die wichtigste Getreideart im Rheinland, reif sein. Da es in den vergangenen Wochen vor einer kurzen Regenperiode sehr trocken war und es vielerorts im Rheinland zu wenig geregnet hat – nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes oft nur 60 Prozent des durchschnittlichen Niederschlages in NRW – können die Bauern in diesem Jahr voraussichtlich keine Rekordernte einfahren, sagt der Rheinische Landwirtschaftsverband. Die Niederschläge der vergangenen Wochen konnten das Defizit nicht überall ausgleichen.